Madagaskar – Tag 5: Tsingy de Bemaraha

„Padgy“ – so haben wir unseren treuen Mitsubishi Pajero in der Zwischenzeit getauft – ist über Nacht scheinbar wieder genesen. Der alte Kochtopf, den wir am Vorabend noch unter das Leck gestellt hatten, beinhaltet nur ein paar wenige Tropfen Diesel. Wir vermuten, dass das Problem mit der Fülle des Tanks zusammenhängt und sind erleichtert, dass unserem heutigen Ziel „Tsingy de Bemaraha“ nichts mehr im Wege steht.

Abenteuerliche Anreise nach Tsingy de Bemaraha

Nach kurzem Frühstück im „Camp Amoureux“ inklusive Besuch von ein paar braunen Lemuren, die in den Bäumen über dem Frühstücksplatz herumturnen, brechen wir zügig auf. Vor der heutigen Tagestour wurden wir mehrfach gewarnt, u.a. von unserem Mietwagenverleih. Es liegen staubige, holprige Pisten inklusive zwei Fährüberfahrten vor uns. Eine tagesfüllende Fahrt für insgesamt 150 km Wegstrecke. Daher wollen wir die Strecke zügig und nach dem gestrigen Erlebnis ohne nahenden Sonnenuntergang im Nacken hinter uns bringen.

Kurz vor Mittag erreichen wir schließlich die erste Autofähre nach Belo-sur-Tsiribihina – sofern diese den Namen „Autofähre“ überhaupt verdient hat. Zwei kleine Holzboote wurden zu einer Fähre zusammengebunden und mit einem Holzgerüst als Deck verkleidet. Darauf finden nun vier Fahrzeuge gleichzeitig Platz. Nachdem die „Driver“ inkl. Max ihre Autos waghalsig über eine nicht gerade vertrauenswürdig wirkende Bretterauffahrt vom Ufer aufs Boot geschafft haben, kanns schon losgehen. Das war ja problemlos. Nach 30 minütiger Fahrt das gleiche spannende Manövrierspiel mit dem Auto aufs andere Ufer.

In Belo-sur-Tsiribihina soll sich nun laut der Information seitens unserer Autovermietung ein Konvoi bilden, um dann zusammen mit mehreren Autos nach Bekopaka zu fahren. Doch die zwei Autos, die mit uns die Fähre genommen haben, scheinen erst einmal ausgiebige Pausen in den örtlichen kleinen Geschäften & Restaurants einzulegen. Wir beschließen nach kurzer Aufstockung unserer Wasservorräte alleine Richtung Bekopaka loszubrechen. Die anderen Fahrer mit deutlich mehr Erfahrung & mit meist weniger umsichtigen Fahrweise werden uns schon zeitnah einholen – so unsere Überlegung. Wir starten also gemütlich unsere Fahrt gen Norden mit immer mal wieder kurzen Pausen. Nach über 4h Fahrt erreichen wir schließlich Bekopaka. Niemand hat uns überholt, es gab kaum Gegenverkehr und wenn dann nur im Konvoi. Erst einen Tag später erfahren wir, dass der Konvoi täglich um 15 Uhr in Belo-sur-Tsiribihina startet, um dann mit mindestens einem Dutzend Fahrzeugen & unter Polizeischutz in Affenzahn die Strecken zu bewältigen. Alles andere wäre viel zu gefährlich, da die lokale Bevölkerung aufgrund zunehmender Armut dazu übergegangen sei, immer mal wieder Fahrzeuge zu stoppen & die Insassen gewaltsam auszurauben. Wir schlucken als wir das hören. Haben wir doch ziemlich unbedarft die Strecke zurückgelegt ohne jeglichem Verdacht, dass einem jemand hier etwas Böses wollen würde.

In Bekopaka beschließen wir noch die zweite Fähre auf die andere Uferseite zu nehmen, um am nächsten Tag gleich früh morgens den Tsingy Nationalpark besuchen zu können. Abends campen wir im Tanakoay Camp und genießen unsere erste selbst gekochte Mahlzeit (Knorr Käsespätzle) – ein kulinarischer Hochgenuss. Bis auf das gefährlich aussehende & verdächtig stinkende Leitungswasser ist alles super & zusammen mit dem Sonnenuntergang verschwinden wir zügig im Zelt.